Archive for August, 2007
Sanook muss sein

Sanook (Sa-nuug) ist das thailändische Wort für Spass haben und steht auf der Prioritätenliste ganz weit oben. Thais müssen auch bei der Arbeit Spass haben, einen streng geregelten Büroaltag würden die Meisten nicht mitmachen. Auf der anderen Seite ist es kein Problem einmal länger im Büro zu bleiben. Auch um 20 und sogar um 22 Uhr arbeiten manche noch.

Am Donnerstag hatte ich noch ein Meeting mit einigen Mitarbeitern des Personal, Purchase und Sales Department. Eine Sache, die ich neben meinen jetztigen Projekten auch beim organisieren bin, ist die 10-Jahres Feier, die gleichzeitig ein Customer Day ist. Die Mitarbeiter sind eine große Hilfe, das Teamwork funktioniert sehr gut. Besonders gerne arbeite ich mit dem Personal Manager zusammen, der mehr als kompetent und trotzdem immer für einen Spass (Sanook) zu haben ist. Unser Meeting dauerte etwas länger als die normale Arbeitszeit, dies störte aber natürlich niemanden. Viele arbeiten auch unentgeltlich länger (im übrigen wissen die meisten aber schon wie sie doch noch zu ihrem Geld kommen)

Meine deutschen Arbeitskollegen sind schon früher nach Pattaya zurück gefahren und ich hätte noch auf jemanden anderen zum Mitfahren warten müssen. Aber, so ist die schöne Spontaneität der Thais, hattte jemand den Vorschlag gemacht zum Essen zu fahren. Zwar genau in die andere Richtung, aber der Maintenance Manager wohnt auch in Pattaya, also würde ich zurück kommen.

Das Essen war natürlich gut und es wurde soviel bestellt dass der ganze Tisch voll war. Alles konnte ich nicht probieren. Auch wenn die Möglichkeit der Unhöflichkeit besteht, esse ich keine Frösche. Auch vom Whiskey wollte ich nicht zuviel haben und bestellte mir ein Bier. Zu spät konnten wir nicht bleiben, am nächsten Tag sollten wir doch alle wieder früh morgens in der Firma sein.
Die Fahrt zurück nach Pattaya war wieder einmal ein Erlebnis. Ich saß im Auto des Maintenance Managers, der nicht zu wenig vom Whiskey hatte und es regnete sehr stark, so dass man nicht weit sehen konnte und langsam fahren musste (hätte sollen Icon Smile in Sanook muss sein ).

Sanook hatten wir aber auf jeden Fall.

Der Finanzminister von Thailand

Gestern fuhren mein Chef und ich nach Bangkok, um an einem Lunch teilzunehmen zu dem mich die British Chamber of Commerce eingeladen hatte. Mein Chef hatte nachmittags ohnehin noch ein Meeting mit vietnamesischen Kunden, so traf sich dies sehr gut, auch deswegen weil ich noch helfen konnte während der Fahrt eine Präsentation fertig zu gestalten. Das Treffen mit dem Finanzminister fand im “The Ballroom” des Holiday Inn in der Silom Road statt.

Wie ich später von einem Manager erfuhr kommen in letzter Zeit öfters Minister und hochrangige Politker zu Treffen dieser Art um die Geschäftsleute zu beruhigen. Die politische Situation ist nicht allzu sicher, noch immer haben wir hier eine Militärregierung an der Macht. Den Wahlen am 23. Dezember schaut man deshalb gespannt entgegen und eine gewisse Nervosität ist zu spüren. Der Termin des 23. Dezember ist für viele ein wenig ungünstig, besonders diejenigen die im Tourismusbereich arbeiten. Während man beim Tante-Emma Laden an der Ecke jedoch Bier und Whiskey kaufen kann, ist über Bars und Restaurants ein stricktes Alkoholverbot verhängt. Mr. Warensteiner sah man seinen Unmut darüber ein wenig an: der britische Langzeit-Expat hat nämlich auch vier A-Gogos in Pattaya.

Eine Peinlichkeit blieb mir bei dem Luncheon nicht erspart. Bei jedem Gespräch, seis nur eine Minute Smalltalk, bekam ich eine Visitenkarte in die Hand gedrückt. Da verwies ich dann immer auf meinen Chef und musste mich entschuldigen. Es nahm mir aber natürlich keiner übel.

Ein sehr nettes Gespräch hatte ich mit einer etwas älteren Thai. Sie war überglücklich zu hören dass ich Österreicher bin. Sie tat ihre Freude so laut kunnt, dass es der deutsche Geschäftsmann neben uns es auch hören konnte, die Österreicher seien ihr viel lieber als die Deutschen. Aber sie lächelte wenigstens dazu. Sie war schon unzählige Male in Österreich und auch Tirol kannte sie sehr gut.

An dem Lunch nahm auch noch der neue britische Botschafter in Bangkok teil, der dann den Finanzminister willkommen hieß. Thema war neben der politischen Lage auch die Volatilität an den Finanzmärkten. Finanzminister Chalongphob Sussangkarn arbeitete 6 Jahre bei der Weltbank in Washington D.C. und schien mir ziemlich kompetent zu sein. Das Problem in Thailand ist im Moment der starke Baht. Vorallem die Exportwirtschaft bekommt dies zu spüren. Die Bank of Thailand versucht die Währung zu stabilisieren, dazu haben sie Reserven in Miliardenhöhe. Eine Krise wie 1997 ist kein Thema bei den Verantwortlichen. Dennoch sprach ein Gast den Finanzminister auf das Thema “Moral Hazard” an.
Ein weiteres Thema war die Verstärkung der Marke “Made in Asean“. Der Wirtschaftsraum wird sich wohl an dem Modell der EU orientieren. Am WTO-Gipfel im Oktober wollen die Minister dies noch deutlicher vorstellen.

 in Der Finanzminister von Thailand
Finanzminister Dr. Chalongphob Sussangkarn

Da mein Chef wegen des Meetings mit den Vietnamesen ein wenig früher los musste, fuhr ich mit der Skytrain von Silom Richtung Mo Chit. Ein wenig geregnet hat es zur Abkühlung, aber im Anzug bei dieser Hitze draussen herum laufen ist kein allzu großer Spaß. Später musste mein Chef noch zu unserem Direktor. Es darf in Thailand ja kein Ausländer eine Firma, ein Haus oder ein Grundstück besitzen. Deswegen gibt es Anwaltskanzleien, die sich auf dieses Problem spezialisiert haben.

Zurück in die Firma kamen wir erst gegen 20 Uhr. Nach dem ich dann später Gaan am Strand noch etwas gegessen habe, bin ich schon recht früh ins Bett.

 in Der Finanzminister von Thailand
Folgen der Asienkrise von 1997 sieht man immer noch genug: ein über 30 Stockwerke hohes Gebäude, das nie fertig gebaut wurde

Die Alcazar Travestie Show

Gaan wollte mir Sonntagabend noch etwas besonderes zeigen. Ich hatte schon mal von der Alcazar Kabarettshow gehört, bin aber nie dazu gekommen mir es anzusehen. Vor dem Alcazar, das in sich gegenüber der Soi 5 an der Second Road (Sai Song) befindet, stehen lauter Busse mit Reisegruppen. Vorwiegend japanischer Herkunft. Der Preis für die Show ist nicht gerade billig: 350 Baht für Thais und 600 Baht für Nicht-Thais. Man bekommt dafür aber auch etwas geboten. Gaan bestand wieder einmal darauf zu bezahlen. Ich hatte da keine Chance, sie wollte mir die Show zeigen und ich bin deshalb eingeladen.

Leider hatte ich meine Nikon nicht dabei. In solchen Situation bin ich immer sehr froh um mein Sony Ericsson.

 in Die Alcazar Travestie Show
Es ist schon ein wenig unglaublich, dass diese Frauen einst Männer waren. Bei einigen dachte ich mir das ist wohl die schönste Frau die ich jemals gesehen habe. In Thailand muss es sehr gute plastische Chirurgen geben.

 in Die Alcazar Travestie Show
Die Show war choreographisch gut, Bühnenbild und Kostüme wie man sehen kann auch professionell.

Fischen in Pattaya

Morgens bin ich also schon früh aufgestanden. Da hat man noch seiner Ruhe und vor allem scheint die Sonne noch nicht so stark. Im Hinterland in Nongprue gibt es einige Fischteiche an denen man angeln kann. Dort gibt es auch kleine Bambushütten mit Stühlen und Tisch und man kann es sich gemütlich machen. Eine andere Möglichkeit sind die zwei Reservoire, die Pattaya mit Süßwasser versorgen. Dort kann man auch wunderbar schwimmen gehen, denn die Qualität des Wassers ist sehr gut (allerdings keine Trinkwasserqualität).

Ich wollte heute jedoch an keinen dieser Orte sondern ans Meer. In Banglamung/Nakula zieht sich das Meer bei Ebbe gut 100 Meter zurück. Es gibt aber ein Pier das soweit hinausreicht (auf der Höhe Soi 15 Nakula Rd. Richtung Meer). Mit dem Motorbike kann man über einen 2 Meter breiten Steg hinausfahren, ein etwas merkwürdiges Gefühl, denn ein Schutzgeländer gibt es nicht. Die letzten 20 Meter des Stegs sind aus Holz und nur zu Fuss zu betreten. Dort sind auch früh morgens einige Thais und versuchen ihr Glück mit den Fischen.

Auch wenn die Sonne morgens noch nicht so hoch steht, muss ich mich wegen meines Hauttyps einpacken wie es viele der Thais machen. Ich trage einen schwarzen Windbreaker, damit mich die Sonne so wenig wie möglich erwischt. Natürlich ist das Baseball-Cap auch Pflicht und darüber noch eine Kapuze. So eingepackt schaut mich keiner der Thais blöd an, den die meisten schützen sich genauso.

 in Fischen in Pattaya
Vom Pier aus sieht man auch das Sanctuary of truth in Naklua

Mein erster Wurf war leider nichts. Da ich keinen Schwimmer habe muss ich extrem aufpassen nicht irgendein Netz oder Seil zu erwischen. Ich erwischte ein Netz. Als mussten wir die Schnur durchschneiden und auf die andere Seite des Piers gehen. Dafür war dann mein zweiter Versuch umso schöner und auch weiter.

 in Fischen in Pattaya
Wie man sehen kann war ich nicht der einzige mit Kapuze

Unseren Köder, frischer Schrimps vom Markt, mochten die Fische sehr gern. Leider erwischte es aber keinen und sie schafften es immer wieder den Schrimps wegzuschnappen. Nach gut zwanzig Versuchen schaffte ich es endlich einen kleinen Fisch (ca. 20cm) an den Haken zu bekommen. Wir schenkten ihn einem Thai neben uns, denn die anderen hatten nicht mehr Glück als wir, einen großen Fisch hat in der Zeit als wir dort waren sowieso keiner rausgeholt.

 in Fischen in Pattaya
Das Boot ist bei Ebbe einige Meter unter dem Pier

Mal wieder Jim-Jum essen

Der Samstag war zum Relaxen da. Sonst gehe ich ja nur noch selten aus, aber da es Freitag doch etwas später wurde, schlief ich Samstag auch entsprechend länger. Es war schon Nachmittag, als ich aus den Federn kam. Gaan dagegen war wohl schon länger auf und ich sah sie im Garten arbeiten. Nach coffee and cigarettes, bekam ich richtig Hunger. Wir sind nach Pattaya an die Beach Road gefahren, zu Burger King. Ich weiß, man stellt sich die Frage, wie kann er nur zu Burger King wenn es so leckeres Essen in Thailand gibt, doch hin und wieder ist es einfach herrlich in so einen fetten Burger zu beißen, besonders nach einer Nacht wie Freitag.

Alle zwei Wochen habe ich Samstag auch einen wichtigen Termin bei meinem barber. Ich habe immer kurze Haare und sehr gern lasse ich mich dann noch rasieren. Eine Rasur bei einem Profi ist wirklich entspannend. Seiner Handführung mit der scharfen Klinge vertraue ich so sehr, dass ich kurzzeitig sogar eingenickt bin. Gesichts- und Nackenmassage inklusive kostet alles zusammen 100 Baht.

Später kamen Gaan’s Bruder mit seiner Freundin und deren Sohn von Bangkok. Tong geht gerne Fischen, einmal hat er mich schon mitgenommen. Es ist wirklich entspannend, dehalb wollte ich auch eine eigene Angel mein Eigen nennen. Er half mir die richtige Ausrüstung in dem Laden in Banglamung zusammen zu suchen. Gekostet hat alles zusammen 1050 Baht. In einem Shop in Pattaya würde es mindestens doppelt so viel kosten.

Ich wollte mich gern für die guten Ratschläge revanchieren und alle zum Jim-Jum Essen einladen. Essen gerne, aber Tong bestand darauf dass er bezahlt. Öfters wie drei mal soll man da nicht wiederspreche, aber wir konnten uns darauf einigen zu teilen. Teuer ist das Jim-Jum in Banglamung nicht. 59 Baht bezahlt man für das ganze Set, bei dem man folgendes bekommt:

 in Mal wieder Jim-Jum essen
Einen Tontopf auf heißen Kohlen in dem eine Suppe ist, reichlich Gemüse (Weißkraut, Salat, “Maggikraut”, Basilikum, Pfefferminze) und Glasnudeln, 4 verschiedene Saucen von mild bis zu scharf und je nach dem was man gern hätte, Schwein, Rind, Hühnchen oder Seafood. Über das Fleisch mache ich gern noch ein Ei, etwas das Gaan vorher noch nie gesehen hatte Icon Smile in Mal wieder Jim-Jum essen

Nicht nur Gaan, auch Tong trinkt keinen Alkohol, also blieb ich mit meinem Bier alleine. Spass hatten wir aber trotzdem alle und das Jim-Jum schmeckte wie immer sehr gut. Nur beim Bezahlen hat man mich ausgetrickst. Tong sagte er müsse auf die Toilette und schon war alles bezahlt.

Zu Hause sahen wir uns den koreanischen Film My sassy girl, den ich mal in Bangkok gekauft hatte, an. Der Film ist wirklich genial und garantiert zum Totlachen. Das amerikanische Remake, das dieses Jahr in die Kinos kommen soll (sogar mit gleichem Titel) wird wohl nicht an das Original herankommen.
Schlafen gingen wir alle schon ziemlich früh, denn Sonntag wollte ich gleich morgens los zum Angeln…