Nicht allzu spät stand ich auf. Obwohl es mir mittlerweile in diesem weichen Bett immer schwerer fällt aufzustehen. In meinem Appartment schlafe ich auf einer sehr harten Matraze, vielmehr ist es eigentlich eine Pressspanplatte mit einem Zentimeter Stoffüberzug. Deshalb genieße ich das Schlafen in diesem bequemen Bett, in dem ich auch nicht den Lärm von der Sukhumvit Road die ganze Nacht hindurch höre.
Sonntag hatten wir uns vorgenommen Richtung Süden zu fahren, eventuell bis nach Sattahip. Dort liegt der große Hafen der königlich thailändischen Marine und auch der U-Tapao Militärflughafen befindet sich gleich in der Nähe. Von dort aus starteten in der Zeit von vor 30 bis 40 Jahren die amerikanischen B-52 Bomber um die kambodschanische, laotische und vietnamesische Zivilbevölkerung mit Bomben und Napalm zu versorgen. Ein wirklich trauriger Fakt für Thailand sich an diesem Massenmord indirekt beteiligt zu haben.
Ein Freund sagte mir schon vorher, dass dort überall Militär positioniert ist und man nirgends Zugang bekommt (”In Sattahip? Da gibt’s nichts!”). Dennoch wollte ich es mir anschauen und sollte es auch nicht bereuen.
Gegen zehn Uhr vormittags starteten wir los. Auf dem Weg entdeckte ich das „Thai-Austrian Technical College“, das es mir natürlich Wert war kurz stehen zu bleiben. Gegründet wurde es bereits 1970. 3200 Schüler finden dort Platz, die Professoren machen regelmäßig Kurse in Österreich, um ihr Wissen und ihre Deutschfähigkeiten weiterzuentwickeln.

Das Thai-Austrian Technical College nahe Sattahip
Die Sukhumvit entlang Richtung Süden bekommt man vieles zu sehen. Es gibt dort einige wunderschöne Orte die man sich ansehen kann. An einem dieser Orte haben wir Halt gemacht und uns den Strand ein wenig angeschaut. Das Wetter war recht kühl und ich rechnete damit dass es zu regnen beginnt. Vielleicht lag es am anschließenden Besuch im Wat, dass wir bis spät abends immer dem Regen davon fuhren.

In Sattahip gibt es, wie schon geschrieben mit Ausnahme der Marine, wirklich nicht viel. Die Strandpromenade kann man etwas entlang fahren, aber wenn man dann wieder zu einem Checkpoint kommt ist Ende. Und die lassen sich auch nicht überreden, da kann man noch so freundlich lächeln – man bekommt nur ein Lächeln zurück.




Keine Chance bei den Jungs durchzukommen
So sind wir noch weiter Richtung Süden, vorbei am U-Tapao Flughafen, der auch militärisch kontrolliert wird und nur mit Bordkarte zugänglich ist. Sonst gab es hier nur noch ein kleines Fischerdörfchen. Der Ort wirkte auf mich richtig idyllisch. In einer kleinen Bucht ist das Dorf gebaut. Auf dem Berg steht ein Wat. Von dort oben aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Umgebung. Etwa 500 Meter vor dem Festland sieht man eine kleine grüne Insel.



Sehr typisch sind immer die Lotterielos-Verkäufer auf Tempelanlagen. Wenn man sich Chok dee, Viel Glück, im Wat geholt hat, kann man sich ein Los kaufen
Es war dann schon später am Nachmittag als wir aufbrachen in Richtung Pattaya. Am Abend wollte ich in die Sauna. Es mag sich etwas komisch anhören in Thailand in die Sauna zu gehen, ist aber gerade hier sehr sinnvoll. Einige Tage zuvor schrieb mir ein Freund aus Deutschland ob ich wüsste wo die Soi Country Club in Pattaya sei. Ungefähr wusste ich es, schaute aber doch noch schnell im Internet nach und stieß dabei auf die Website der Country Sauna. Die Preise sind, wahrscheinlich wegen der Lage weit abseits der Touristen, äusserst günstig. Deshalb wollte ich es mir zumindest einmal ansehen. Zu meiner Freude gehört diese Einrichtung einem Südkoreaner, deshalb war keiner der Farrang-Bierbauch-Fraktion vertreten. Die Anlage ist wirklich beeindruckend, neben Sauna gibt es auch ein Dampfbad, dazu einen etwa 10 Grad kalten Pool, jeweils für Frauen und Männer. Gleich nebenan befindet sich ein Whirlpool in dem das Wasser eine Temperatur von geschätzten 35 Grad hat. Weiters auch noch einen großen Swimmingpool. Geblieben sind wir dort bis zum Ende um 22 Uhr. Obwohl wir ab 20 Uhr die einzigen Gäste waren, kam keiner auf den Gedanken uns zu bitten zusammen zu packen, im Gegenteil man brachte uns soviel gratis Wassermelonen wie wir wollten. Für einen Sonntagabend war dies genau die richtige Entspannung um in eine neue Arbeitswoche zu starten.