In dem bereits erwähnten Artikel des „Farang” las ich auch von Otto, der auf Kho Kohng ein kleines Guesthouse betreibt. Dort wollte ich eine Nacht verbringen. Besser gesagt, man muss ohnehin eine Nacht auf Koh Khong bleiben, da sowohl Fähre als auch Bus nach Sihanoukville nur um 8 Uhr morgens abfahren. Das haben sie sehr clever gemacht.
Otto’s Guesthouse ist sehr schön gemacht, wenngleich aber auch ein wenig alt. Es ist ein traditionell gebautes Holzhaus auf Stelzen, die Gästezimmer sind einfach gehalten und kosten 100 Baht (es gibt auch ein besseres Zimmer mit Aircon und Fernsehen). Von Otto wurde ich auch freundlich begrüßt, allerdings wollte er sich noch ein wenig schlafen legen. Also machte ich mich gleich mal auf einen Spaziergang durch den Ort. In Koh Khong gibt es wirklich nicht viel. Ein paar Restaurants, ein paar Hotels und ansonsten eine normale kleine Stadt (es gibt eine Chicken Farm, nach mehreren Erzählungen soll diese aber ziemlich tief sein). Nach zwei Stunden hatte ich auch genug gesehen, aß noch eine Kleinigkeit und machte mich wieder auf den Weg zurück.
Otto saß mit einem anderen Deutschen und dessen thail. Frau zusammen. Endlich bekam ich wieder einmal das köstliche Bier Lao, das es in Thailand leider nur sehr selten gibt. Wir hatten sehr interessante Unterhaltungen über Thailand, Kambodscha, Religion und das Leben. Otto lebt nun seit 9 Jahren auf Koh Khong, vorher hatte er eine Bäckerei auf Kho Chang. Er erzählte uns, dass es ihm dort zu viel wurde und er hier in Kambodscha vor allem die Ruhe schätzt. Ihm wäre am liebsten wenn es so bleiben würde, aber auch nach Kambodscha kommen immer mehr und mehr Touristen.
Der andere Deutsche war auch ein sehr interessanter Mann. M ist der Leiter der BKA-Aussenstelle in Bangkok und war gerade auf Dienstreise. Was er mir erzählte will ich aber hier an dieser Stelle nicht niederschreiben, da das ein oder andere nicht unbedingt jeder wissen muss. Wie ich auch schnell merkte ist Kambodscha wohl noch ein Land in dem man gut untertauchen kann, noch dazu ist es leider sehr bekannt für pädophile Sextouristen. Ich wünschte M also weiterhin viel Erfolg bei seinem Job, nicht in Hinsicht darauf „die Interessen der Bundesrepublik zu wahren”, wie er es ausdrückte, denn ich bin ohnehin Österreicher. Aber in Hinblick auf die kambodschanischen Kinder.
M teilte auch meine Liebe zum Bier Lao, weswegen wir auch ein paar mehr getrunken hatten. Trotzdem wurde es nicht zu spät denn während es für mich früh morgens nach Sihanoukville gehen sollte, ging es für M und seine Frau ebenfalls früh wieder zurück nach Bangkok.
Meine Reise beginnt in Pattaya. Da vom Busterminal an der Pattaya Nua keine Busse in den Südosten Thailands abfahren warte ich an der Sukhumvit in Long Po. Mitfahrgelegenheiten gibt es viele, aber ich habe keine Ahnung wann der Direktbus Bangkok-Trad kommt. Also fahre ich zuerst einmal nach Rayong. Dort angekommen finde ich gleich einen Bus nach Chantaburi. Es ist bereits dunkel also steige ich ein, wer weiß schon ob das nicht bereits der letzte Bus für den Tag ist. Schritt für Schritt komme ich Kambodscha näher. In Chantaburi gehe ich erstmal essen und zwar am „World Durian Festival“. Jedoch keine stinkige Durian sondern ein leckeres Hünchen. Es war nun schon spät und ich überlegte auf Hotelsuche zu gehen, ging dann aber doch nochmal zur Busstation um mich über die nächsteheste Fahrgelegenheit nach Trad zu informieren. Manchmal darf auch ich Glück haben und so musste ich keine zehn Minuten warten. Der Bus in den ich stieg war dann ironischer Weise der Direktbus Bangkok-Trad. Am Ziel angekommen warteten wie so üblich einige Taxifahrer. Einer zeigte mir gleich ein Kärtchen „Guesthouse….120 THB”. Los geht’s! Für die vielleicht zehnminütige Fahrt verlangte er einen sehr fairen Preis, weshalb ich ihm auch gutes Trinkgeld gab. Der wusste wahrscheinlich garnicht wie sehr ich innerlich erleichtert war. Die Zimmer für 120 Baht sind recht einfach gehalten, aber sehr sauber (Pop Bungalow & Guesthouse; Tel: 039-512392, 086-3743003). Erstmal unter die Dusche und dann raus. Ich wollte ein wenig sehen was Trad so zu bieten hat, dabei landete ich dann keine 100 Meter weiter in einer kleinen Bar. Ich setzte mich an den Tisch wo drei Farrangs und zwei Thais schon recht viel Spass zu haben schienen. Ein Australier, ein Belgier, ein Brite, zwei dicke Thais in gehobenerem Alter und ein Österreicher – das kann doch nur fröhlich und besoffen enden.
Am nächsten Tag etwas verkartert aufgewachen, machte ich mich gegen elf Uhr auf zur Busstation. Von dort aus fahren Mini-Busse in Richtung Hat-Lek, dem Grenzübergang zu Kambodscha. Die Fahrt kostete 120 Baht und man ist gut 1 ½ Stunden unterwegs. Die Strecke dort runter ist sehr schön und interessant. Thailand ist hier nur ein paar Kilometer breit, auf der einen Seite das Meer und auf der anderen ein Hügel mit dichtem Dschungel der eine natürliche Grenze zwischen beiden Ländern bildet. Immer wieder hielten wir an, da Leute ausstiegen oder der Fahrer etwas ablieferte (so z.B. einen Trauerkranz, den er in ein Wat brachte). So blieben zum Schluss nur ich und ein thailändischer Mann mit seiner kleinen Tochter, die die ganze Zeit über irgendwie total von mir fasziniert war.
Die Ausreise von Thailand war wie zu erwarten kein Problem. Stempel rein, am kleinen Wachposten vorbei und „Welcome to Cambodia”. In einem im Oktober 2007 erschienenem Artikel des “Farang” laß ich dass das 30-Tage Visum für Kambodscha 20 US-Dollar kostet. Man solle aber unbedingt ein paar hundert Baht in den Reisepass einlegen, da es sonst nichts wird. Schlepper hatten mich auch schon, nahmen meine Pass und füllten alles Notwendige aus. Von wegen 20 US-Dollar – 1200 Thai Baht und sonst nichts! Aber sollte man sich den überhaupt wundern wenn ein kambodschanischer Grenzposten gültige Gesetze missachtet? Wirklich nicht. Wie ich später erfuhr sind 1200 Baht an diesem Posten nun Einheitspreis, es wird also auch jeder andere gleichermasen angezockt. Schon während der bürokratischen Phase warben Taxifahrer um mich. Der nächste Ort ist Koh Khong und dort will ich hin. Schlussendlich einigten wir uns auf 200 Baht in denen die Mautgebühren für die neue Brücke zur Insel bereits inkludiert waren. Einen wurde ich aber noch nicht los: der Typ der mir die paar Zettel fürs Visum ausgefüllt hat wollte noch einen Tip haben. Also dann 10 Baht kannste haben. „Ten Baht?”, fragte er als wäre ich ein Idiot. Verärgert sagte ich ihm „For that much you did it’s big money!” und schloss verärgert die Türe. Aber all die Abzocke ist mir nun egal, ich bin endlich in Kambodscha.

Es waren nur ein paar wenige Tage in denen ich in diesem schönen Land sein durfte, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden und mich wohl bald wieder zurück in das Land der Khmer führen werden. Diese Reise führte mich von Pattaya nach Trad, weiter über die Grenze nach Koh Khong und schließlich an mein Ziel, Sihanoukville. In etwa acht Teilen möchte ich nun meine Eindrücke niederschreiben.