Diese BBC Dokumentation zeigt erstmals das Leben im Hochsicherheitsgefängnis in Bangkok.
15 Stunden am Tag sitzen sie einfach nur rum und machen gar nichts. Die Häftlinge des Bangkwang Hochsicherheitsgefängnisses im thailändischen Bangkok haben alle – fast alle – zu Recht eine Strafe abzusitzen. Doch man fragt sich, ob die Insassen – es sind auch viele Ausländer unter ihnen – nicht menschenwürdigere Verhältnisse verdient hätten. Zum ersten Mal wurden die Tore dieser Haftanstalt für ein Kamerateam geöffnet.
Diese Dokumentation zeigt das Leben, die Routine, den Tod im “Bangkok Hilton”, wie die Häftlinge es selber nennen. Die Thailänder nennen “ihr” Gefängnis den “großes Tiger”. Allgemein ist das Bangkwang Hochsicherheitsgefängnis in Bangkok aber als “Bangkok Hilton” bekannt. Doch Luxus gibt es hier nicht. Im Gegenteil. Die Haftanstalt ist für etwa 3.500 Insassen konzipiert. Heute sitzen allerdings rund 7.000 Männer im Bangkok Hilton ein.
Dicht gedrängt hocken die Männer in großen Zellen – 15 Stunden am Tag, in fahlem Neonlicht, während der Ventilator gleichmäßig die stickige Luft im Raum verteilt. Nur ab und zu dürfen die Männer raus an die frische Luft, dürfen sich etwas zu essen kochen oder in der Gefängnisbibliothek lesen. Das eintönige Leben treibt viele in den Selbstmord. Andere haben nicht mal die Energie, sich zu waschen. Flöhe besiedeln deshalb die Zellen.
Durch die fehlende Hygiene machen sich Krankheiten breit. Tuberkulose ist hier keine Seltenheit. Auch einige Fälle von Aids gibt es im Bangkok Hilton. Doch ins Krankenhaus dürfen die Häftlinge nicht. Ihnen bleibt nur die Krankenstation von Bangkwang, die aber in ernsten Fällen keine ausreichende Pflege bieten kann, so dass der langsame und qualvolle Tod oft der einzige Ausweg bedeutet. An den Tod will der 20-jährige Michael aus dem englischen Manchester nicht denken.
Er sitzt seit sechs Monaten im Bangkok Hilton, weil er am Flughafen
von Bangkok mit 3.400 Ecstasy-Tabletten erwischt worden ist. Dabei wollte er doch nur Ferien in Thailand machen. Jetzt muss er seine Strafe absitzen – 99 Jahre Gefängnis. Der Todesstrafe ist er entkommen, weil er seine Schuld zugegeben hat. Ein kleiner Trost. Trotzdem hofft Michael auf Hilfe Englands. Genauso der aus London stammende 47 Jahre alte Andrew. Er wurde ebenfalls beim Drogenschmuggel am Flughafen verhaftet und zu einer 50 Jahre langen Haftstrafe verurteilt. Wegen Drogendelikten sitzen die meisten in Bangkwang.
Viele von ihnen wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, viele aber auch zum Tode, denn der Handel mit Drogen gehört zu den schwersten Straftaten in Thailand. Während bis ins Jahr 2003 die zum Tode Verurteilten mit Maschinengewehren erschossen wurden, wird das Todesurteil heute per Giftspritze vollzogen. Der Leichnam eines toten Insassen wird schließlich entweder von der Familie abgeholt oder dem Mönch, der seit 17 Jahren neben dem Gefängnis wohnt, übergeben.
Buchempfehlungen:
Escape: The True Story of the Only Westerner Ever to Break Out of the Bangkok Hilton
Welcome to Hell: One Man’s Fight for Life Inside the Bangkok Hilton
Dauer: 42:50
Größe: 351 MB
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