Archive for May, 2010
สันติ ๒๕๕๓ – Frieden 2553

Ein sehr trauriges aber beeindruckendes Lied mit viel Filmmaterial von den Protesten in Bangkok und deren gewaltsamer Zerschlagung dieser Woche.

สันติ ๒๕๕๓ ขับร้อง/ทำนอง สุรชัย จันทิมาธร

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Falls jemand die Lyrics in Thai oder Englisch dazu hat wäre ich dankbar.

Nachtrag
Dank John (J.S. IT & Software in Bangkok) habe ich nun auch die Lyrics. Wenn mir mal fad ist werde ich sie ins Deutsche übersetzen.

ได้แต่อยู่ในบ้าน ฟังข่าวสารจากสื่อ
ทีวีหนังสือ สื่อสารทุกอย่าง มีนา เมษา พฤกษภา ห้าสาม มันคือสงครามกลางเมืองหลวงไทย
ลุกเป็นไฟ ลุกเป็นไฟ ไปหมดทุกย่าน ชาวบ้านร้านค้า ผวาใจ สะท้าน กบฏก็การ โค่นรัฐบาล ก ช บ
บ้าสีเปลี่ยนแสง สีมันแรง ดุดัน ผิดแผกแตกกัน เท่านั้นนั่นหนอ อีสานบ้านเหนือ บ้านใต้แตกคอ
ระดมกันมาท้าทายกำลัง ยังไม่พอ ยังไม่พอ ยังไม่หนำใจ บ้านเมือง จะลุกเป็นไฟ
ไม่มีชัย ก็ไม่มีเมือง
ราชดำเนิน ราชประสงค์ ราชปรารภ ราชดำริ ประตูน้ำ ดินแดง สีลม สามย่าน ศาลาแดง สวนลุม
สาธร บ่อนไก่ มีแต่ไฟ มีแต่ปืนคำราม

ได้แต่อยู่ในบ้าน ฟังข่าวสารจากสื่อ มีแต่คำร่ำลือ น่ากลัวสงคราม คนไทยทั้งนั้น ฆ่ากันอยู่โครมคราม
เด็กน้อยขอถาม ฆ่ากันทำไม สันติภาพ สันติภาพ สันติภาพ เราขอได้ไหม

Endgame Bangkok (2): Central World brennt, Armee rückt vor

(Erster Teil hier)

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Erstaunlich ist beim Herumgehen im verlassenen Camp, dass die Rothemden nahezu alles zurückgelassen haben. Persönliche Gegenstände wie Familienfotos, Taschen mit Kleidung, Fernseher, Ventilatoren, Kopfpolster, Autos und Motorbikes. In den Kühlboxen liegen noch Eiswürfel, in den Pfannen der Garküchen frisches Essen. Die Menschen müssen wirklich in absoluter Panik das Lager verlassen haben als die Armee vorrückte. Eine so schnelle Flucht kann man sich nur damit erklären, dass die Leute Angst hatten die Soldaten würden hier einfach jeden niederschiessen der noch hier ist.

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Vor der Hauptbühne der Rothemden harrt noch eine einzige Frau aus. Sie hält eine Flagge in der Hand. Als die Soldaten zusammen mit der Pressearmee ankommen steht sie auf und beschimpft sie, den Tränen nahe. Sie ist die letzte von zuvor tausenden Demonstranten.

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Für viele Soldaten ist dies wohl auch ein aufregender Tag. Ich sehe nicht selten dass sie sich gegenseitig mit den Relikten der Rothemden fotografieren.

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Immer wieder sehen wir festgenommene Rothemden.

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Die Barrikade an der Kreuzung Chit Lom/Sukhumvit ist vollständig niedergebrannt, genauso eine kleine Polizeibox davor.

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Hier ein Bild der südlichen Barrikade nahe des Lumphini Parks. Die Einsatzkräfte rückten morgens von hier aus Richtung Norden vor. Anders als eigentlich alle anderen Reporter die ich sehen konnte ging ich von der Nordseite (Pratunam) durch die letzten Gebiete militanter Schwarzhemden ins ehemalige Camp hinein.

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Wir kommen zurück zur Hauptbühne an der Rajprasong Kreuzung. Mittlerweile steht das Central World in Flammen.

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Es ist wahnsinnig heiß davor zu stehen und Fotos zu machen. Immer wieder hören wir drinnen Explosionen von vermutlich Gasflaschen. Die Glasfassade des ZEN zerspringt immer weiter und fällt vor uns auf den Boden nieder. Die automatischen Sprenkler haben schon längst kein Wasser mehr, die Feuerwehr rückt nicht an. Laut Regierung (Statement kam am nächsten Tag, 20.5.2010), lassen die Rothemden keine Feuerwehr durch. Das muss ich jedoch bezweifeln, denn der Weg von Seiten Chitlom her war zu diesem Zeitpunkt (17:30) bereits frei.
In dem ganzen Trubel treffe ich dann noch James Nachtwey. Er ist einer der besten Fotografen die ich kenne. Ihn einmal zu treffen war mir daher eine große Ehre. Leider hatte er nur kurz Zeit zu quatschen und wollte auch nicht fotografiert werden. Er war gerade einfach nur in seine Arbeit vertieft.

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Bereits Stunden zuvor haben Helikopter über uns Flugblätter abgeworfen. Ab 20:00 Uhr gilt eine allgemeine Ausgangssperre in ganz Bangkok und auch den anderen Provinzen in denen der Ausnahmezustand verhängt wurde. Es ist nun bereits ruhiger geworden, vereinzelt hört man noch Schüsse. Wir gehen unter der BTS Hochbahn die Sukhumvit entlang, mitten auf der Strasse die sonst immer dicht befahren ist. Es ist nahezu dunkel, nur wenige Strassenlaternen brennen. Überall stehen Soldaten und auch Polizisten. Wir treffen einen der nun sehr wenigen Motorbike Taxifahrer und verschwinden.

Endgame: Die Armee stürmt gewaltsam das Lager der Rothemden

Morgens schrieb bereits Michael Yon über Twitter, dass Soldaten die Südseite des Camps der Rothemden gestürmt hätten. Über die Barrikaden die an der Rama IV. zum Lumphini Park errichtet wurden fuhren Panzer und Bulldozer. Zur selben Zeit gab die Führung der Rothemden auf der Hauptbühne bekannt, dass sie aufgeben. Die Verzweiflung und vor allem Enttäuschung unter den Rothemden war groß. Die Soldaten rückten immer weiter vor. Die Menschen verliesen in Panik das Camp und liesen nahezu alles zurück.

Mein Motorbike Taxifahrer fährt mich von der Saphan Asok nach Pratunam. Wir kommen an zwei Armee Checkpoints vorbei doch dürfen passieren. In den engen Strassen des Händlerviertels drängen sich die Menschen, Anwohner, die zusehen was auf der Hauptstrasse vor sich geht. Die Petchburi Road ist menschenleer, die Barrikaden aus Autoreifen sind angezündet.

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Die Rothemden auf der anderen Strassenseite zerstören Telefonzellen und ATMs. Sie schreien wütend. Nicht ratsam dort hin zu gehen, die Armee hat hier noch keine Kontrolle. Ich bleibe unter den Anwohnern. Irgendwie kommt mir vor dass es für viele der hier lebenden Thais fast eine Art Unterhaltung ist. Man schaut zu, lacht untereinander. Ich frage immer wieder ob es halbwegs sicher sei hier oder da weiterzugehen. Man wisse es auch nicht so recht, aber “very nice to meet you”. An der Hauptstrasse in Pratunam sind ebenfalls noch viele Anwohner in den Seitenstrassen. Sie verbarrikadieren sich hinter umgeklappten Holztischen. Die ersten Leute kommen mit Plünderware aus dem ehemaligen besetzten Gebieten der Rothemden. Ein Karton voll schöner Hemden, der andere vollgepackt mit Jeans. Der BigC an der Ratchaprasong wird ausgeräumt. Ein Thai öffnet seine große Tasche, drinn alles Markenbrillen. Tatsächlich Markenbrillen aus den teuren Shoppingcenter und keine Fälschungen wie man sie sonst in Thailand überall bekommt. Er bietet mir die Brillen an, ich solle einfach zugreifen wenn mir etwas gefällt, “today no pay” und er lacht. Dankend und ebenfalls lachend lehne ich ab.

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Die Strassen sind leer an der Kreuzung Pratunam/New Petchburi. Der nördliche Haupteingang ins ehemalige Lager der Rothemden ist verlassen. Ich sehe mich soweit es geht um und renne über die Strasse unter die Brücke. Keine Rothemden, keine Schwarzhemden, keine Armee. Die Barrikade wurde aufgegeben. Davor stehen 5 große Gasflaschen und mehrere zu Bomben umgebaute Feuerlöscher, alle verdrahtet. Wäre die Armee hier rein gestürmt, hätten die Rothemden die Bomben gezündet. Die Wucht der Explosion hätte wahrscheinlich auch die Panzer zerstören können.

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Ein Reporter kommt durch die Barrikade durch, er fragt mich ob er hier weiter gehen könne. Gute Frage, was will man da schon sagen. Hinter der Barrikade sehe ich dann das andere Ende der Kabel die von den Bomben kommen. Eine einfache Motorbike Batterie als Zünder. Mit einfachsten Mitteln effektive Waffen bauen, auch hier zeigt sich das Improvisionstalent der Thais.

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Ich sehe vor mir eine Strasse die im Chaos versinkt. Tage zuvor waren hier noch tausende Anhänger der Rothemden. Nun brennt es auf den Strassen und in Häusern. Plünderer ziehen umher und brechen ATM’s (Bankomaten) auf. Die Alarmsirenen der Banken und Geschäfte erschallen laut. Es gibt hier keine Autorität, es herrscht Anarchie.

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Ich treffe Armand, einen Franzosen der etwa in meinem Alter ist. Wir quatschen darüber wo wir gerade herkommen und wie es dort aussieht. Wir beschließen zusammen weiterzugehen. Die ganze Zeit schon hören wir immer wieder 5,56mm in kurzen Abständen abgeschossen. Wir können nicht genau lokalisieren von wo die Schüsse kommen, aber sie klingen nicht zu weit weg. Plötzlich eine Explosion. Die nördliche Barrikade durch die ich gerade ins Lager gekommen war steht in Flammen. Sofort kommen mehrere Anwohner und versuchen den Brand zu löschen. Das Wasser kommt aus dem Klong unter der Brücke. Die Anwohner müssen bereits damit gerechnet haben, dass diese Barrikade wie die meisten anderen auch, früher oder später in Flammen aufgehen wird. Denn ansonsten wären sie nicht so schnell mit einem Feuerwehrschlauch da gewesen, die normale Feuerwehr hatte zu der Zeit noch keine Möglichkeit ins Gebiet zu kommen.

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Der Gestank von brennenden Gummi wird so schnell nicht aus meiner Nase gehen. Selbst jetzt beim Schreiben dieses Artikels rieche ich wieder den Gestank wenn ich mir die Fotos ansehe. Ein Sanitäter den wir treffen gibt uns mehrere Atemschutzmasken.
Seitlich an der Barrikade entdecke ich noch Benzinbomben die zurückgelassen wurden. Viele davon liegen auch in der Barrikade weshalb es immer wieder zu kleineren Explosionen kommt.

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An Tagen wie diesen… Bangkok in Anarchie

Mir fehlen noch immer die Worte zu dem was ich heute erlebte. Ich bin froh unverletzt zu sein. Die Schwarzhemden haben direkt vor dem Amari Watergate in Pratunam sehr nahe Warnschüsse mit 5,56mm (M-16 oder Tar21) gegen uns gefeuert. Central World ging neben uns in Flammen auf. Der militärische Ausdruck dazu lautet “danger close”.
Die Bilder in meinem Kopf bleiben einfach nur sureal. Menschen plündern Geschäfte und Banken, Soldaten führen einen Mönch ab. Das Camp der Roten ist leer. Schuhe, Kleidung, alles wurde zurückgelassen. In den offenen Kühlboxen liegt noch Eis, in den Garküchen liegt noch frisches Essen. nicht weit weg höre ich 5,56mm und Bomben explodieren.

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Zurück unter den Rothemden in Bangkok

Dieses Mal ist es ein wenig schwieriger ins Lager der Rothemden zu gelangen. Die Syktrain-Linien sind nun komplett geschlossen, genauso die U-Bahn. Ich fahre in Richtung Charn Isaara 2 Tower um von dort aus mit einem Klongboot Richtung Pratunam zu kommen. Am Boot sagt man mir bereits dass sie nicht bis Pratunam fahren, zu gefährlich. Sechs Stationen vorher wendet das lange Boot bereits auf dem Khlong und fährt rückwärts an den Saphan Asok Pier. Von dort aus gehe ich wieder raus auf die Hauptstrasse, der New Petchburi Road. Hier warten bereits die ersten Polizisten – Einsatzbesprechung. Es sind Polizisten die mit den Rothemden sympathisieren, die um dies auszudrücken rote Halstücher tragen. Bewaffnet mit M-16 Sturmgewehren und Schrotflinten. Die Atmosphäre ist entspannt und ich frage ob ich hier weiter Richtung Pratunam gehen darf. Ja, aber es sei dort gefährlich.

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Ein paar Meter weiter frage ich einen Motorbike-Taxifahrer ob er mich fährt. Es dauert nicht lange bis wir zum ersten von vier Checkpoints der Armee kommen. Er zeigt seinen Ausweiß der den Soldaten bestätigen soll, dass er nicht zu den Rothemden gehört. Wir können problemlos passieren. Dass ich eine Kamera habe und Fotos von den Soldaten mache störte auch nicht.

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Im Vorbeifahren sehe ich die Brücke an der Chit Lom Straße die über den Khlong führt. Hier ist die Barikade der Rothemden nun wieder geschlossen, davor Spuren der Verwüstung der letzten Nacht.

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In Pratunam angekommen bietet sich mir ein ganz anderes Bild als ein paar Tage zuvor. Alle Geschäfte sind geschlossen, so gut wie keine Menschen mehr in der sonst so viel belebten Gegend unterwegs. Die Sonne scheint an diesem Tag einmal mehr gnadenlos und so versammeln sich die Menschen unter der Brücke im Schatten. Der Eingang ins Lager der Rothemden ist noch immer gut gesichert. Ich blicke die Strasse in Richtung Norden rauf und sehe dass es hier auch schwere Zusammenstöße gegeben haben muss. Entgegen den offiziellen Meldungen der Regierung und der internationalen Presse, wurden die Rothemden hier keineswegs zurückgeträngt – im Gegenteil. Wie bereits geschrieben haben sie Chit Lom wieder unter Kontrolle und faktisch auch Teile der Pratunam Gegend.

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Ich frage nun am Haupteingang der Ratchaprasong Straße einen der Rothemden ob ich hinein in die besetzten Gebiete dürfe. Er lächelt freundlich und weist mir mit seinem Arm den Weg. Keine Taschenkontrollen für mich, Thais werden jedoch kontrolliert und ich sehe wie jemand versucht einen Holzprügel hinein zu schmuggeln. Die Sicherheitsleute der Rothemden hindern ihn jedoch daran.

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Ich sehe nun sehr schnell, dass sich die Zahl der Demonstranten seit dem ich ein paar Tage zuvor hier war noch einmal vermindert hat. Viele der kleinen Verkaufsstände die T-Shirts, Brillen, DVDs oder Getränke verkauften sind nun bereits verlassen.

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Ich treffe Jeff, einen Amerikaner aus New York. Seit fast einem Monat lebt er zusammen mit seiner Frau hier unter den Rothemden. Er ist nicht überzeugt von den Ideologien der Rothemden, dafür seine Frau um so mehr. Sie kommt aus Khon Kaen, eine der Provinzen im Norden und Nordosten des Landes in dem die Rothemden ihre starke Basis haben. Jeff erzählt mir von den vergangenen zwei Nächten, wie die Armee versuchte über Seitenstraßen in die besetzten Gebiete vorzurücken. Immer wieder ohne Erfolg. Wir beschließen zusammen zum Lumphini Park zu gehen.

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Es ist nach wie vor ein etwas verstöhrende Wirklichkeit. All diese Menschen hier zu sehen die nicht den Eindruck gewalttätiger Terroristen machen. Doch dann sehe ich wieder ein kleines vielleicht 10 Jahre altes Mädchen mit zwei aus abgeschnittenen Wasserrohren selbstgebaute Rakete herumlaufen.

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Immer wieder bietet man uns Wasser, Kaffee und etwas zum Essen an. Dankend nehmen wir an und natürlich ist alles kostenlos. Entgegen den Behauptungen der Regierung und der Medien funktioniert der Nachschub an Nahrungsmitteln, aber auch Diesel für die Generatoren nach wie vor. Die LKWs werden von Polizisten und Soldaten die mit den Rothemden sympathisieren durchgelassen.

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Wir kommen schließlich zum Chulalongkorn Krankenhaus. Vor zwei Wochen wurde es von den Rothemden gestürmt, nun haben Spezialeinheiten der Polzei sich dort einquartiert. Die Strasse davor ist genauso wie die Rama IV Strasse ebenfalls nahezu menschenleer.

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Am südwestlichen Ende des Lumphini Parks sind die Barikaden besonders gut geschützt, zusätzlich läuft auch Strom durch die Stacheldrahtzäune. Von hier aus wollte die Armee in der Nacht zuvor ebenfalls einen Angriff versuchen. Es ist dies auch die Gegend in der Tage zuvor der zu den Rothemden übergelaufene Armee-General Khattiya Sawasdipol während eines Interviews mit einem Reporter der New York Times getötet wurde. Meiner Ansicht nach sollte dieses Attentat entgegen anderer Meinungen nicht die Rothemden schwächen, deren Moral hat sich dadurch ohnehin nur weiter gestärkt. Es sollte vielmehr wirklich jedem einzelnen Soldaten, von ganz unten bis zu den Generälen ganz oben, klar machen: seid ihr nicht mehr mit uns, dann seid ihr Verräter.

Laut UDD sind auch an diesem Tag schon über 40 Sniper auf den umliegenden Hochhäusern gesichtet worden. Es ist ein wirklich komisches Gefühl daran zu denken, dass auch gerade in diesem Moment ein Sniper seinen Blick auf mich richten und abdrücken könnte.

Wir gehen die lange Barikade weiter entlang. Am Eingang der geschlossenen U-Bahn Station sitzen einige der Rothemden mit Granatwerfern und Benzinbomben. Sie sind freundlich, erklären uns alles genau. Fotos darf ich jedoch keine machen.

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Auf dem Rückweg zur UDD Hauptbühne am östlichen Siam Square essen wir noch einmal, sehr lecker. Und zu unserer Freude gibt es nun auch wieder kalte Getränke. Ein paar hundert Meter sehen wir einen ganzen LKW mit Nachschub an Eiswürfeln. Wie bereits geschrieben, entgegen den Behauptungen der Regierung und der Presse ist die “Versorgungslinie” noch immer in Takt.

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Zurück am nördlichen Eingang trinke ich mit Jeff noch ein kühles Bier und verabschiede mich von ihm. Ich gehe wieder raus aus den besetzten Gebieten in Richtung Pratunam. Die Straße Richtung Norden ist nahezu leer. Auf den Strassenseiten befinden sich immer noch Menschen, oftmals keine Rothemden sondern Anwohner. Ich beschließe weiterzugehen. In der Ferne sehe ich im Norden noch Rauchwolken über Din Daeng aufsteigen. Hier haben bereits um zirka 17:00 erste Kämpfe zwischen Armee und Demonstranten begonnen.

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In einigen der Seitenstrassen verschanzen sich bereits die Truppen der Rothemden, meist nur mit Holzprügeln bewaffnet. Es ist noch hell und alles andere wäre für sie zu gefährlich, denn sobald jemand offen eine Waffe trüge, wäre es eine gute Rechtfertigung für die Scharfschützen abzudrücken.

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Am Vorplatz des Indra Regent Hotels befinden sich noch einige Touristen. Es ist neben dem Amari Watergate eines der wenigen Hotels der Gegend die noch geöffnet haben. Diejenigen Touristen die die Strasse überqueren müssen, laufen mit ihren Händen in der Luft. Ich wage mich noch ein wenig weiter vor zum ersten von drei Stacheldrähten. Am zweiten steht sowohl in Thai als auch Englisch dass ab hier mit Gummigeschoßen gefeuert wird. Am dritten Zaun steht dass scharf geschossen wird. Ich werde mit dem Fernglas von einem Soldaten beobachtet. Wenig später werde ich per Megaphon aufgefordert sofort umzukehren oder es werde geschossen. Ich verschwinde zurück, schnell. In einer der Seitengassen, vielleicht 30 Meter von den Soldaten entfernt treffe ich auf zahlreiche Anwohner. Sie zeigen mir die Einschusslöcher der vergangenen Tage in Häuserwänden und Geschäften.

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Es ist nun fast dunkel. Ich stehe noch immer in der Seitengasse kurz vor der Frontlinie der Soldaten. Neben mir steht einer der Späher der Rothemden. Sollte die Armee vorrücken gibt er dies sofort per Funk durch. Die Stimmung ist gespenstisch. Zwischen den zwei Fronten liegen vielleicht 150-200 Meter. Niemand ist mehr auf der Strasse, die Beleuchtung nahezu komplett ausgeschaltet. Und es ist unglaublich still. Diese Stille und die Anspannung ob oder wann die Soldaten angreifen.

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Ich bleibe noch bis 20 Uhr. Nichts passiert.

Ich frage mich schön langsam aber wie ich hier wieder raus komme. Ich habe keine Informationen darüber ob die Armee das komplette Gebiet abgeriegelt hat. Ein Thai der mit seinem Sohn und seiner Frau unterwegs ist redet mich an. Wir quatschen einige Zeit lang und er bietet mir an mich rauszufahren. Er und seine Familie sind Sympathisanten der Rothemden. Sie kamen nur jetzt abends nach der Arbeit vorbei um zu sehen was los ist. Ich staune nicht schlecht als er auf die andere Strassenseite zeigt und mir sagt sein Auto parke genau da drüben. Die Gelegenheit bequem, sicher und dazu kostenlos hier rauszukommen nehme ich gerne war. Ich steige in seinen neuen Toyota Fortuner ein und wir fahren los.

Für die Rothemden wird es dagegen noch eine lange und gefährliche Nacht werden.