Gut ausgeschlafen packte ich meine paar Sachen zusammen und bestellte mir noch einen Kaffee. Otto und M waren bereits auch schon aufgestanden. Ich musste mich aber beeilen, denn ich wollte nicht unbedingt noch eine Nacht auf der Insel verbringen. Das Busticket kaufte ich bereits am Vortag (15$). Alternativ verkehrt auch eine Fähre zwischen Sihanoukville (auch Kompong Som genannt) und Kho Khong (diese fährt ebenso wie der Bus um 8:00 Uhr ab), das Ticket ist allerdings teurer, es dauert eventuell länger und soll nicht sehr komfortabel sein. Ausserdem besteht vor allem jetzt in der Regenzeit die Gefahr, dass die Fähre wegen schlechtem Wetter nicht fährt (wie wir später in Sihanoukville erfuhren war dies auch an diesem Tag der Fall).

Die Busstation auf Koh Khong. Hier ist noch nichts asphaltiert und wenig los.
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Rote Erde, Palmen, viel Wolken und ein Haus aus französischen Kolonialzeiten
Im Bus traf ich auf zwei Deutsche, Micha, ein Mathematik- und Physiklehrer, der ein Jahr lang durch SOA reisen wollte allerdings nun 11 Monate davon in Thailand weilte und Norbert, ein pensionierter Zahnarzt, der meist in Pattaya lebt, nun aber zum Geburtstag seines Freundes Manfred nach Sihanoukville reiste.

Bei der Überfahrt über die wenige Tage zuvor eröffnete Brücke.
Die Strecke nach Sihanoukville geht durch eine sehr schöne Urwaldlandschaft. Immer wieder führt sie über kleinere Hügel, die eine tolle Aussicht erlauben. Es gibt vier Brücken über Flüsse. Das ist normal nichts aussergewöhnliches, allerdings wurde die letzte der Brücken gerade in dieser Woche eröffnet. Früher musste der Bus immer auf Fähren über die jeweiligen Flüsse geschiffte werden, was natürlich eines enormen Zeitaufwandes bedarf.
Nach etwa der Hälfte der Strecke gibt es einen kurzen Stopp an einem Restaurant. Etwas Hunger hätte ich schon gehabt, aber anders als in Thailand traue ich hier einem Restaurant das sich mitten im Urwald befindet nicht. Die Erinnerungen an eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Fleisch vor einiger Zeit sind einfach noch zu gut vorhanden. Dann doch lieber nur „Coffee and cigarettes”.
Nach fünf Stunden kamen wir in Sihanoukville an. Beim Ausstieg erwarteten uns die üblichen Schlepper, die gleichmal Phantasiepreise ausriefen. Nach kurzem Verhandeln fragte ich Norbert ob wir nicht einfach zu Fuss gehen sollen, um uns auch schonmal einen Überblick zu verschaffen. Zwei der Motorbike-Taxifahrer waren aber sehr hartnäckig und verfolgten uns sogar. Direkt gegenüber des Busterminals fanden wir das „Freedom Hotel und Restaurant”. Draussen wedelt die bayrische Flagge, ein Schild markiert nochmal deutlich: Freistaat Bayern. Hier war frühshoppen angesagt. Ich bin kein Freund der volksdümmlichen Schlagermusik, aber egal, da gehen wir erstmal rein (schon allein um die Taxifahrer loszuwerden). Wie es der Zufall so will trafen wir hier auch Norbert’s Freund Manfred. Halb ein Uhr an einem Sonntag, eine gute Zeit um mit einem Pitcher Bier anzufangen (2 Dollar, 65 Baht). Kann man sowas denn glauben? Da fährt man stundenlang durch den Urwald und ist praktisch in einer unterentwickelten Provinz und dann sowas. Ich fand es wirklich lustig und amüsant.

Beim Frühshoppen im Hotel “Freedom”

Micha hatte dann schon genug Bier getrunken und stellte sein Glas verkehrt auf. Für unsere Gastgeberin kein Grund nicht trotzdem einzuschenken.

Unsere Biereinschenkerin, die dann sogar die Rechnung von 12 Dollar übernahm, was uns sehr wunderte.




